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Lobbyismus tötet Menschen.

Verantwortlicher Autor: Rolf Fischer Berlin, 21.02.2018, 14:39 Uhr
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Lobbyismus.
Lobbyismus.  Bild: Frei Pixabay (Foto: janeb13)

Berlin [ENA] An einer Schule in Parkland, Florida, USA, ist es zu einem Amoklauf gekommen, bei dem 17 Menschen getötet worden sind. Viele Menschen geben auch dem laschen Waffengesetz dort die Schuld. Präsident Trump und die mächtige Waffenlobby stehen in der Kritik vieler amerikanischer Bürger.

Wieder einmal sind die Menschen erschüttert. Wieder einmal hat es einen Amoklauf an einer amerikanischen Schule gegeben. Wieder einmal sind Menschen völlig sinnlos zu Tode gekommen. Nach der Auffassung vieler Menschen, nicht nur in den USA, ist die mächtige Waffenlobby, vertreten durch die National Rifle Association of America (NRA), mitschuldig daran. Bis heute hat die NRA erfolgreich verhindern können, dass ein schärferes Waffengesetz beschlossen wird. Schon Präsident Obama ist an der Waffenlobby gescheitert. Präsident Trump wir nun mit vielen Protesten aufgefordert, der NRA endlich Einhalt zu gebieten. Ihm wird auch vorgeworfen, dass die NRA seinen Wahlkampf mit 30 Millionen Dollar unterstützt hat.

Ist Lobbyismus grundsätzlich etwas Schlechtes?

Deutsche Medien und deutsche Politiker werden nicht müde, Präsident Trump wegen seiner Politik anzuprangern. So auch in diesem Fall. Dabei ist Lobbyismus auch in Deutschland an der Tagesordnung. Grundsätzlich ist die Arbeit von Lobbyisten nichts Verwerfliches. Im Bundestag sind nach neuesten Zahlen 706 Lobbyisten tätig. Viele darunter, die für Sozialverbände arbeiten. Ohne sie wäre die Arbeit für die Abgeordneten ungleich schwerer. Sie benötigen für Entscheidungen fachkundige Berater. Kritisch wird es nur dort, wo Lobbyisten komplette Gesetzesentwürfe schreiben, die dann unverändert übernommen werden.

Beispielsweise hat es die Autobauerlobby geschafft, dass die Kanzlerin zumindest darüber nachdenkt, die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen mit Steuergeldern zu fördern. Das heißt, nicht der Verursacher des Dieselskandals wird zur Verantwortung gezogen, sondern zum Teil die Allgemeinheit. Das ist Lobbyismus vom Feinsten. Zur Erinnerung, durch Stickoxyde sind bisher tausende Menschen gestorben, woran Dieselfahrzeuge ihren Anteil haben.

Fazit: Ein Amoklauf, bei dem Menschen zu Tode kommen, ist erschütternd. Der Neueste in den USA ist Anlass für die deutschen Medien und die deutschen Politiker Präsident Trump ins Visier zu nehmen. Vergessen wird dabei aber, dass Lobbyismus auch in Deutschland Menschen töten kann.

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